- Drogen und Sucht sind keine Randgruppenprobleme,sondern Themen, die alle etwas angehen. Jeder dritte Bundesbürger raucht, über 10 Mio. Menschen in Deutschland konsumieren Alkohol in riskanter Weise. Suchtprobleme bedeuten individuelle Tragödien für die Betroffenen und zugleich belasten sie die Gesellschaft als Ganzes. Die Bekämpfung der Drogenproblematik ist daher sowohl eine Herausforderung für den suchtkranken Menschen als auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
Drogen und Sucht sind keine Randgruppenprobleme,sondern Themen,die alle etwas angehen.Jeder dritte Bundesbürger raucht,über 10 Mio.Menschen in Deutschland konsumieren Alkohol in riskanter Weise.Suchtprobleme bedeuten individuelle Tragödien für die Betroffenen und zugleich belasten sie die Gesellschaft als Ganzes.Die Bekämpfung der Drogenproblematik ist daher sowohl eine Herausforderung für den suchtkranken Menschen als auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
Wie Erwachsene mit Drogen umgehen,prägt das Konsumverhalten von Kindern ganz enorm und erheblich.Lernen erfolgt beim Menschen weniger durch Instruktion als durch Beispiele.Kinder extrahieren die ihrer Entwicklung gemäßen Informationen nahezu automatisch aus der Umgebung.Das Kind generiert die Regelhaftigkeit der Inputs anhand der gegebenen Beispiele. Auf diese Weise erfolgt z.B. der Spracherwerb.Gute,viele und ständig neue Beispiele ermöglichen es Kindern,im Laufe der Zeit Erfahrungen anzusammeln,aufgrund derer sie sich in der Welt zurechtfinden können.Schlechte Beispiele erfüllen diese Funktion leider auch,führen dann aber häufig zu Schwierigkeiten für den Einzelnen. Dass weniger Worte als Taten seitens der Erzieher entscheidend für das Verhalten von Kindern oder Jugendlichen sind,wird zum Beispiel beim Konsum von Zigaretten oder Alkohol deutlich.Hier folgen Kinder und Jugendliche in großer Zahl dem Beispiel der Erwachsenen,obwohl diese sie vor den Wirkungen oder Folgen des Konsums ständig warnen oder ihn gar verbieten.Kinder und Jugendliche lernen auf diesem Wege sehr schnell,dass Erwachsene offensichtlich eine doppelte Moral haben,dass Worte weniger bedeutsam sind und man nicht alles glauben sollte,was Erwachsene sagen.Ob eine Droge für einen Jugendlichen Genussmittel ist und bleibt oder emotionaler Lückenbüßer wird,hängt also vielfach vom Beispiel seiner Eltern ab.Ob sich eine manifeste Abhängigkeit bildet hängt allerdings auch noch vom Suchtmittel ab.Suchtmittel führen unterschiedlich schnell und dauerhaft zur psychischen oderphysischen Abhängigkeit.Bedeutsamer für die Ausprägung einer Suchtpersönlichkeit ist in der Regel der psychische Faktor.Während ein körperlicher Entzug relativ einfach zu bewerkstelligen ist,scheitern die meisten Süchtigen an dem psychischen Mangelzustand,der beim Wegfall des Suchtmittels erfolgt.Suchtmittel,die direkt auf das körpereigene Belohnungssystem eingreifen und selbst Neuromodulatoren sind,werden eher zur Abhängigkeit führen als nicht stoffliche Mittel,da sie direkt in die neurochemischen Prozesse des Körpers eingreifen und die Funktionen verändern.
Unter einer Borderline-Störung versteht man eine Krankheit der Psyche,die an der Grenze zum „psychisch Gesunden“ angesiedelt ist.Sie wird auch als emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus bezeichnet.Die Borderline-Störung ist durch die Kombination verschiedener typischer Symptome geprägt.Die Betroffenen sind emotional instabil,unsicher und impulsiv,die Stimmung ist wechselhaft.Es wird geschätzt,dass etwa zwei Prozent der Bevölkerung an einer Borderline-Störung erkrankt sind.Meist wird die Diagnose bei Heranwachsenden gestellt.Hierbei sind Mädchen häufiger betroffen als Jungen.Man geht heute davon aus,dass die Ursachen für die Borderline-Störung in der frühen Kindheit liegen.Die Betroffenen haben häufig traumatische Erlebnisse in dieser Zeit erfahren.In vielen Fällen waren sie beispielsweise Opfer körperlicher Misshandlung oder sexuellen Missbrauchs.Auch das Erleben ausgeprägter Gewalt in der unmittelbaren Umgebung oder eine extrem strenge Erziehung kann die Entstehung einer Borderline Störung fördern.Den Betroffenen fällt es schwer,ihre eigenen Gefühle richtig kennen zu lernen und zu interpretieren.Häufig haben sie durch die Traumata in der Kindheit ein Schwarz-Weiß-Denken erlernt und unterscheiden zwischen „nur gut“ und „nur böse“.Da die Personen, die den Betroffenen Gewalt antun,meist sehr nahe Bezugspersonen sind,fällt diese Unterscheidung sehr schwer oder ist unmöglich. Beispielsweise empfindet ein Kind gegenüber dem Vater zunächst Liebe,gleichzeitig jedoch Hass,wenn es durch ihn missbraucht wird.Es genießt erhöhte Aufmerksamkeit, empfindet aber gleichzeitig tiefe Scham.Dieser extreme Widerspruch der Gefühle lässt sich nicht vereinbaren und die negativen Gefühle richten sich im Lauf der Jahre häufig gegen die eigene Person.Auch kommt es zu einer Entfremdung vom eigenen Körper und einem Gefühl der Leere und des „Neben-sich-Stehens“.Die Diagnose der Borderline-Störung wird meist bei heranwachsenden Mädchen undjungen,erwachsenen Frauen gestellt.Vor allem ausgeprägte Impulsivität,die fehlende Kontrolle von Impulsen und Affektinstabilität stehen bei der Diagnosestellung im Vordergrund.Die Betroffenen neigen zu aggressivem und streitsüchtigem Verhalten bis hin zu Wutausbrüchen.Diese treten vor allem dann auf,wenn das auffällige Verhalten kritisiert wird.Die Betroffenen sind nicht oder sehr begrenzt in der Lage,ihre eigenen Handlungen zu planen.Sie zeigen häufig selbstschädigende Verhaltensweisen wie das „Ritzen“.Sie sind sich ihrer selbst,ihrer Identität und ihrer Gefühle sehr unsicher.Hierzu zählt auch die Unsicherheit in der sexuellen Präferenz und ein unbeständiges Beziehungsverhalten.Nicht selten ist dies auch Auslöser für emotionale Krisen der Betroffenen.Eine ambulante Therapie der Borderline-Störung ist möglich,die Instabilität der Persönlichkeit führt jedoch häufig zum Wechsel von Therapeuten und zu Therapieabbrüchen.Bei bestehender Selbst oder Fremdgefährdung sollte eine stationäre Therapie erfolgen,ebenso bei bestehenden anderen psychischen Erkrankungen wie Drogen oder Alkoholmissbrauch. Medikamente werden zur Behandlung zusätzlicher anderer Störungen wie beispielsweise Depressionen eingesetzt.Die Behandlung der Borderline-Störung erfolgt zunehmend mit der so genannten dialektisch behavioralen Therapie.Hierbei versucht man zunächst,krankheitstypische Verhaltensmuster zu erkennen und zu behandeln.Auch die Lebensqualität beeinträchtigende Verhaltensweisen wie Drogenmissbrauch werden in dieser ersten Phase angesprochen.Anschließend versucht man,Verhaltensfähigkeiten zu entwickeln.Die Betroffenen lernen,problematische Verhaltenweisen auf andere Weise zu lösen als bisher.Diese Therapie erfolgt häufig in Gruppen.Sind die Lebensumstände und Verhaltensweisen des Betroffenen stabilisiert,kann er mit problematischen Situationen besser umgehen.Nun erfolgt der nächste Schritt in der Therapie,in dem man die Traumata der Vergangenheit aufarbeitet.Die Betroffenen sollen verinnerlichen,dass diese der Vergangenheit angehören.Sie sollten möglichst Schutzmechanismen entwickeln,um sich vor Situationen zu schützen,die solche Erinnerungen auslösen.In der letzten Phase der Therapie versucht man,das Erlernte in das tägliche Leben einfließen zu lassen.Langfristiges Ziel ist es,das Selbstwertgefühl zu steigern und individuelle,insbesondere auch berufliche Ziele,umzusetzen.
Eine Behandlungsstelle zu finden,die Sucht und psychische Krankheiten behandelt,ist sehr schwierig.Ein integriertes Behandlungs und Versorgungssystem für „Abhängige mit psychiatrischer Komorbidität“ ist ambulant wie stationär dringend erforderlich!In kürzester Zeit fällt ein psychisch Kranker,ein Suchtkranker und gar ein Betroffener mit Doppeldiagnose aus dem Arbeitsleben heraus.Ohne Hilfe ist er im Betrieb „nicht mehr tragbar“,wird gekündigt,dann entfällt für den Betroffenen oft jeglicher Halt,jedes soziale Eingebundensein,jeder Sinn,für den es sich lohnt,an sich zu arbeiten,für positive Veränderung zu sorgen. Das Gefühl der Nutz – und Sinnlosigkeit verstärkt sich.Die „Abwärtsspirale“ läuft immer schneller,es findet weiterer Rückzug statt,ablehnende Behandlungswilligkeit (der Kranke fragt sich,wozu er sich behandeln lassen soll).Je schwerer der Verlauf der Krankheit ist,umso weniger herrscht Einsicht und es kommt zu immer stärkeremRückzug. Das „Abtauchen“ in die Wohnungslosigkeit und eine Nichterreichbarkeit der Personen hat eine geringere Inanspruchnahme von Hilfen,dadurch auch weniger Kosten zur Folge, obwohl gerade dieser Personenkreis einem erhöhten Mortalitätsrisiko ausgesetzt ist und einen erhöhten Hilfebedarf ausweist.Selbst sozialpsychiatrische Dienste erreichen nur einen Teil dieser Gruppe der„Chronisch mehrfachgeschädigten Abhängigkeitskranken“(CMA)zu der auch die psychisch kranken suchtmittelabhängigen Rechtsbrecher zu zählen sind.Das Herausfallen aus den sozialen Systemen (Krankenkasse,Rentenversicherung ) sollte bei den Kranken verhindert werden,da ansonsten nur die Sozialkasse zuständig ist.In bereits bestehenden Modellprojekten ist das Ziel der Maßnahmen die Abstinenz der kranken Menschen.Sie ist die Basis für eine Stabilisierung der Persönlichkeit und eine weitgehend selbständige Alltagsbewältigung.Es werden sozio und psychotherapeutische Maßnahmen erforderlich zur Neuorientierung und Nachreifung der Persönlichkeit.Die Kranken müssen ein Leben ohne Drogen neu erlernen,sowie Fähigkeiten zum Aufbau tragfähiger zwischenmenschlicher Beziehungen wieder erwerben.
Der süchtige Rausch unterscheidet sich vom kreativen Prozess oder dem rituellen Rausch.In beiden Rauschzuständen wird eine Bewusstseinserweiterung angestrebt. Gemeinsam ist ihnen auch die Auflösung der eigenen Ich-Grenzen und auch der Ich-Struktur.Im süchtigen Rausch hingegen ist der herbeigeführte Rauschzustand jedoch Ersatz für mangelnde Identität. Im rituellen Rausch übernimmt das Ritual selbst oder eine Gruppe die Ich-Struktur. Das Individuum ist nicht schutzlos dem Diffundieren von Energie und Erlebnissen ausgesetzt.Nach Abschluss des Rauschzustandes kann das Individuum seine Grenzen wieder schließen.Im süchtigen Rausch ist diese Funktion unbesetzt mit der Folge,dass das Individuum diesem Energieverlust ungeschützt ausgesetzt ist.Es kann seine Ich-Struktur und Grenzen nicht mehr schließen.Dies führt bei ständiger Wiederholung zu Identitätsverlust und nicht zu Wachstum.Zurück bleibt ein Gefühl des Versagens, nicht der Stärke.Rauschzustände müssen nicht notwendigerweise durch ein Rauschmittel,d. h. durch eines Substanz herbei geführt werden.Meditation,Autosuggestion,rhythmische Geräusche,Bewegungen oder Gesänge können hierfür ebenso genutzt werden.
Missbrauch von Suchtstoffen hat eine multifaktorielle Genese.Für die Prävention bedeutet dies,dass einseitige Programme ungeeignet sind.Kampagnen der Abschreckung führen eher zu einer Zunahme des Konsums als zu Verzicht.Reine Aufklärungsarbeit reicht nicht aus,da sie die gesellschaftlichen und individuellen Aspekte vernachlässigt.Prävention darf weder abschrecken noch verharmlosen.Suchtstoffmissbrauch geschieht immer in einem bestimmten,gesellschaftlichen Kontext. Die sozial kompetent handelnde Person sollte in der Lage sein,Genuss und Missbrauch voneinander unterscheiden zu können.Sie muss stark genug sein,Verlockungen und Verführungen äußerer Einflüsse,sei es nun durch raffinierte Werbung oder gesellschaftliche Gebräuche und Gruppenzwänge, widerstehen zu können.Die Förderung sozialer Kompetenzen, der Aufbau sinngebender Lebensräume,d. h. die Förderung des Selbstwertgefühls und der eigenen Kreativität,die Vermittlung von Lebenshilfen sollte daher im Mittelpunkt der Primärprävention stehen.
Von Sucht oder Abhängigkeit spricht man,wenn bestimmte Verhaltensweisen,meist der Konsum von Alkohol und anderen Drogen,aber auch die Einnahme von Medikamenten,das Essen oder Glücksspielen der Kontrolle des Individuums entglitten sind.Neben Gesundheitsproblemen durch die Substanzeinnahme,etwa Leberschäden durch Alkoholmissbrauch,kann es zu einer Vielzahl sozialer Folgeschäden kommen.Nur wenige andere Erkrankungen führen bei Betroffenen und ihren Angehörigen zu so starken Schuld und Schamgefühlen wie Suchterkrankungen.So wird Suchtverhalten bagatellisiert oder totgeschwiegen,bis die Folgen so schwerwiegend sind,dass sie nicht mehr übersehen werden können.Das Stigma,das einem Suchtkranken einst anhaftete,hat in den vergangenen Jahrzehnten an Schärfe verloren,ist aber immer noch vorhanden.Suchtkranke findet man in allen gesellschaftlichen Schichten und Berufen.Nur etwa 3-5% entsprechen dem Typ des heruntergekommen Pennbruders.Die Furcht vor Verurteilung und falsch verstandene Scham hält viele davon ab Hilfe zu suchen.Sich endlich aussprechen zu können und Verständnis zu finden wirkt erleichternd.Die Erfahrung nach langem Zögern etwas unternommen zu haben,stärkt das Selbstwertgefühl und lässt wieder hoffen.Ist es erst mal gelungen,das Problem bei Namen zu nennen und eine Lösung ins Auge zu fassen,schwindet erfahrungsgemäß ein großer Teil der Angst vor weiteren Schritten.„Wer mit dem Wagnis paktiert,hofft auf neue Wirklichkeit,ob aus Verzweiflung,Neugier oder Sehnsucht er ist bereit mit seinem Leben der Erstarrung zu trotzen,es sind meist die sensiblen und immer die suchenden,die sich der Droge anvertrauen.Mein Herz schlägt für die Süchtigen.Sie verschreiben sich dem Leben ohne es besitzen zumüssen.Sie leben mit ihrer Schwächeâ€
Zahlreiche empirische Studien belegen,dass insbesondere Ausdauersportarten wie Laufen,Nordic Walking,Radfahren,Schwimmen,Rudern,Skaten etc.das körperliche und seelische Wohlbefinden steigern.Auf körperlicher Ebene finden sich vor allem positive Effekte hinsichtlich der Herz-Kreislauf-Situation,einer deutlichen Steigerung der Hirndurchblutung,sowie einer Stärkung der Immunabwehr,Stärkung der Muskulatur. Dadurch wird häufig orthopädischen Beschwerden,und Osteoporose vorgebeugt;zudem erfolgt zumeist eine Gewichtsreduktion,sowie eine Verringerung körperlicher Allgemeinbeschwerden.Im seelischen Bereich reduzieren sich durch regelmäßige körperliche Aktivitäten die Stressbelastungen,die Ängstlichkeit und die Depressivität,während das Selbstbewusstsein gestärkt wird und die Stimmung aufhellt. Gerade Menschen,die unter depressiven Erkrankungen leiden,fühlen sich seelisch oft wie erstarrt und unbeweglich und reduzieren unbewusst auch ihre körperliche Bewegung.Die seelische Erstarrung bildet sich so gewissermaßen auch körperlich ab. Regelmäßiger Sport - insbesondere auch als Gruppenerfahrung - lockert die körperliche „Erstarrung“ und unterstützt die Wiedererlangung der seelischen Beweglichkeit und Schwingungsfähigkeit.Gemeinsame Sporterfahrungen fördern die soziale Integration.Dies erleben viele Menschen, die sich wegen Depressionen und Angsterkrankungen isoliert haben,als ausgesprochen unterstützend.Gerade bei Sportarten,wie dem Joggen oder dem Nordic Walking haben Menschen sehr schnell Trainingserfolge,die ihnen deutlich machen,dass sie selbst in der Lage sind, ihre Ausdauer zu erweitern und ihre körperliche Fitness zu verbessern.Dies kann den Patientinnen und Patienten Erfolgserlebnisse,sowie Selbstwirksamkeits und Kontrollerfahrungen vermitteln,die ihnen im Rahmen der Depression oder der Angsterkrankung oft verloren gegangen sind oder deren Verlust Auslöser der Erkrankungen waren.Das Körperbewusstsein kann positiv beeinflusst werden in dem Sinne,dass der eigene Körper besser gespürt und subjektiv attraktiver erlebt wird.Dies trägt ganz erheblich zur Steigerung des Selbstbewusstseins bei.Besonders Frauen profitieren von dem regelmäßigen Sportprogramm,da viele seit der Pubertät allgemein mit ihrem Körper und mit ihrem Körpergefühl unzufrieden sind und diesbezüglich wenig positive Einflussmöglichkeiten im Sinne von Selbstwirksamkeit erleben.Besonders über das Laufen können Frauen relativ schnell Fortschritte und damit Selbstwirksamkeitseffekte mit eigenen Kontrollüberzeugungen erzielen
Kognitionen sind Gedanken bzw.Überzeugungen und Einstellungen,die das Verhalten, also auch in Hinblick auf Suchtmittel,bestimmen.Die kognitive Therapie wird dabei von Therapeuten durchgeführt,die eine spezielle Ausbildung in diesem Verfahren haben.Dabei wird dieses Therapieverfahren sowohl in Gruppen und Einzeltherapien durchgeführt.Die einzelnen Therapiestunden dauern in der Regel 45-50 Minuten,in Gruppentherapien werden aber auch häufig 2 Behandlungseinheiten zusammengelegt. Grundlage der Kognitiven Therapie (als ein Bestandteil der Verhaltenstherapie) ist die Erkenntnis,dass bestimmte immer wieder auftretende Gedanken und Überzeugungen (Schemata) wie ein immer wieder auftretendes Muster unser Verhalten im Alltag prägen.Bei psychischen Störungen lasssen sich somit auch sehr typische Gedanken und Einstellungen erkennen und zusammen mit einem Therapeuten schrittweise verändern. Hierbei handelt es sich häufig um Gedanken,die die Abhängigkeit aufrechterhalten oder sogar noch verstärken und die Betroffenen davon abhalten,eine Änderung in ihrem Verhalten und Leben wirklich in Angriff zu nehmen.Typisch ist dabei,dass man zunächst davon überzeugt ist,dass diese Gedanken allgemeingültig und zutreffend sind.Sie werden aber nicht (mehr) auf ihren wirklichen Wahrheitsgehalt und konkrete Berechtigung im Einzelfall überprüft,sondern automatisch als richtig angesehen.Sie werden aber nicht (mehr) auf ihren wirklichen Wahrheitsgehalt und konkrete Berechtigung im Einzelfall überprüft,sondern automatisch als richtig angesehen. Beispiele dieser Gedanken sind: 1.Meine Abhängigkeit ist stärker als ich; Ich habe keine Kontrolle über meine Sucht. 2.Leute denken, daß ich ein Versager bin, weil ich abhängig bin. 3.Ich finde keine neuen Freunde,wenn ich mein Suchtverhalten ändere. 4.Ich bin halt einfach eine schwache Person. Im Verlauf der Therapie werden diese Gedanken zunächst identifiziert und auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft.Dann werden nach und nach sinnvollere (konstruktive) und positivere Gedanken aufgebaut.Beispiele für entsprechende positive Gedanken wären:1.Ich weiss nicht,ob meine Abhängigkeit stärker als ich ist.Ich kann dies nur herausfinden,wenn ich mich voll und ganz auf eine Therapie einlasse. 2.Ich weiss nicht,was die Leute so über mich denken. 3.Ich weiss für mich selbst,dass ich kein kompletter Versager bin und durchaus auch Stärken habe.Die Sucht ist nur ein Teil von mir. 4.Ich kann durchaus neue Kontakte und Freunde finden.Ich muss mir dafür nur ausreichend Zeit und Gelegenheiten geben. 5.Ich arbeite an meiner Abhängikeitsproblematik und versuche,mein Leben wieder selber in den Griff zu bekommen.Schon allein deshalb bin ich kein Versager sondern stelle mich einer Herausforderung.Diese neuen Gedanken werden nicht innerhalb eines Tages entwickelt und umgesetzt.Es dauert längere Zeit bis man diese Gedanken in seine Überzeugungen,Handeln und Verhalten umgesetzt hat.
Es gibt natürlich ganz unterschiedliche Menschen und Problemstellungen bei Abhängigkeitsproblemen,so dass man keine allgemeingültige Antwort auf diese Frage geben kann.Generell verläuft aber eine Suchtbehandlung wie folgt:Zunächst wird ein Gespräch zu Beginn der Behandlung bzw.bei Einlieferung in eine Klinik durchgeführt. In diesem Gespräch versucht der Therapeut herauszufinden,was eigentlich vorgeht und ob überhaupt eine Abhängigkeitserkrankung vorliegt.Ein solches Gespräch dauert in der Regel etwa eine Stunde.Manchmal müssen aber mehrere solche Gespräche durchgeführt werden,um eine klareres Bild von den Problemen und der dahinter stehenden Person mit allen Stärker und Problemstellungen zu entwickeln. Zusätzliche Untersuchungen (ggf. auch mit weiteren Fragebögen) werden dann eventuell nach diesen Gesprächen zur Komplettierung der Diagnostik eingesetzt.Ein Beispiel für einen solchen Fragebogen wäre der EuropASI,der eine Aussage über den derzeitigen Schweregrad der Suchtproblematik ermöglicht.In Abhängigkeit vom klinischen Eindruck des Untersuchers und den Wünschen und Vorstellungen des Patienten wird dann gemeinsam ein Behandlungsplan entworfen.Dieser Behandlungsplan enthält die Daten bzw.Angaben des Patienten,Therapieziele und eine erste Übersicht mit welchen Therapiebestandteilen dieses Ziel erreicht werden soll. In aller Regel wird der erste Schritt der Therapie auf die Entgiftung und Behandlung etwaiger Entzugssymptome hinauslaufen,also voraussetzen das keine weiteres Suchtmittel mehr genommen wird.Dies kann,je nach Substanz entweder in einer Klinik oder aber auch zu Hause stattfinden.In Deutschland wird aber in aller Regel eine kurzzeitige stationäre Behandlung (10-14 Tagen) bei den meisten Suchtstoffen (z.B. Alkohol) durchgeführt.Die behandelnden Ärzte werden evtl eine medikamentöse Unterstützung des Entgiftungsprozesses (z.B. bei Alkoholabhängigkeit mit Distraneurin,Carbamazepin oder auch Benzodiazepinen) durchführen,um den Entgiftungsprozess sicherer und weniger belastend zu gestalten.Die Behandlung selber kann unterschiedliche Ziele haben. Bei den meisten Suchtstoffen wird die vollständige Entgiftung das Ziel sein.In selteneren Fällen,bei Polytoxikomanie,kann es aber auch darum gehen,den Drogenkonsum oder mix zu reduzieren.Der Patient hat eine ganz wesentliche Rolle in der Behandlung.Wird sie oder er sich nicht mit den Zielen und Massnahmen der Therapie anfreunden und zustimmen können,wird man keine Erfolge erreichen können.Nach der eigentlichen Entgiftung werden weitere Zielsetzungen für die Entwöhnung festgelegt.Hier geht es u.a. darum,eine Schutz vor etwaigen Rückfällen zu erzielen und auf die eigentlichen emotionalen oder sozialen Probleme des Patienten einzugehen. Je nach der Art der Probleme wird dies entweder stationär in einer Rehaklinik (Therapieeinrichtung für Suchtkranke) durchgeführt oder aber im ambulanten oder tageklinischen Bereich.Hier würde der Patient zu Hause schlafen und tagsüber zu einer entsprechenden Therapiemassnahme gehen.
Typischerweise wird das niedrige Gewicht bei der Anorexia Nervosa hauptsächlich durch Hungern und Nahrungsverweigerung herbeigeführt und aufrecherhalten.Die meisten Patientinnen erleben quälende Hungergefühle,leugnen diese aber.Da Hungern und Nahrungsverweigerung nicht leicht ausgehalten werden können,kommt es bei einem Teil der Betroffenen insbesondere bei längerer Krankheitsdauer zu Heißhungeranfällen.Man spricht hier von Anorexie mit bulimischen Zügen.Psychopathologisch imponiert bei der Anorexia Nervosa extreme Angst vor einer Gewichtszunahme und eine daraus resultierende Zentrierung auf das Körpergewicht,das in den Mittelpunkt des gesamten Fühlens,Denkens und Handelns rückt.Hiermit in Zusammenhang findet sich eine hartnäckige Verkennung der eigenen übermäßigen Schlankheit oder sogar eine Kachexie in Form einer Körperschemastörung:Die eigene Körperform oder Teile des Körpers werden als zu dick wahrgenommen und manchmal geradezu massiv überschätzt.Es besteht meist wenig Krankheitseinsicht in die anorektische Störung,und die durch sie bedingten Gefahren werden geleugnet.Anorektische Mädchen und Frauen werden meist als ehemalige Musterkinder beschrieben,die alles konnten und perfekt machten.Damit erfüllten sie zumeist exakt die Erwartungen der leistungsorientierten Mittelschicht,der sie entstammen.Ein Modell versteht die Anorexie als einen Kampf um intrapsychische und interpersonale Selbstbehauptung.In der anorektischen Symptomatik verdeutlicht sich das Streben nach Identität,nach Kontrolle des eigenen Lebens.Die in der Kindheit oft Überangepassten sind von einem Gefühl der Ohnmacht gegenüber dem eigenen Leben beherrscht.In der Kontrolle des eigenen Körpers und der Überwindung des Hungergefühls erlebt sich die anorektische Patientin stattdessen als eigenständige Person. Diese Einengung des Gefühls der Kontrolle und Selbstbestimmung erklärt die ungeheure Bedeutung des Körpergewichts.Nicht selten findet man bei anorektischen Patientinnen ausgeprägte Zwangssymptome und depressive Symptome.Diese können durch den Zustand des Hungerns bewirkt sein und bessern sich häufig bei Gewichtszunahme.
Rauschtrinken oder auch „Binge Drinking“ wird von der WHO als der Konsum von fünf oder mehr Gläsern Alkohol zu einer Trinkgelegenheit definiert.Die Popularität des Rauschtrinkens ist ungebrochen,insbesondere in der Altersgruppe der 18-24 Jährigen ist ein Anstieg dieser exzessiven Form des Alkoholkonsums zu verzeichnen.Besonders alarmierend ist die Tatsache,dass immer mehr Frauen in der Altersgruppe der 18 bis 24-Jährigen das Rauschtrinken praktizieren.Forschungsergebnisse belegen,dass Frauen eine wesentlich höhere Vulnerabilität gegenüber Alkohol aufweisen als Männer, bei gleicher konsumierter Menge.Auch wenn Alkohol immer wieder als kulturell verankertes Konsumgut dargestellt wird, handelt es sich hierbei um eine toxische Substanz,die nachweisliche schwerste Erkrankungen und Tod verursachen kann und verursacht.Schätzungen gehen von 73.714 vorzeitigen Todesfällen pro Jahr aus,die direkt oder indirekt durch den Alkoholkonsum allein oder durch den Konsum von Tabak und Alkohol verursacht wurden.Betrachtet man den Zeitraum zwischen 1980 und 2005 so hat sich die Zahl der jährlichen Todesfälle aufgrund alkoholbedingter Krankheiten in Deutschland von 9024 auf 16.329 erhöht.Hierbei wurde ausschließlich Alkohol als Todesursache zugrunde gelegt.Im Vergleich zu anderen Diagnosen kamen in den letzten 15 Jahren jährlich mehr Menschen durch Alkoholerkrankungen ums Leben als durch Verkehrsunfälle und Suizid.Eine nüchterne Betrachtung der zum Tode führenden Alkoholerkrankungen zeigt,dass insbesondere zwei Diagnosen ins Gewicht fallen:Das Abhängigkeitssyndrom und die alkoholbedingte Leberzirrhose.
Das Verhalten von Menschen und Tieren wird bestimmt von Belohnungen,die Handlungen nach sich ziehen oder in Aussicht stellen.Damit wir etwas als belohnend empfinden, muss es an einen befriedigenden,positiv erregenden oder als lustvoll empfundenen Zustand gebunden sein.Als positiv wird auch die Beendigung eines unlustvollen, bedrohlichen oder schmerzhaften Zustandes empfunden. Unser Gehirn entscheidet,ob es sich lohnt,eine Handlung auszuführen.Es verfügt über einen Botenstoff,das Dopamin,das dem Körper signalisiert aktiv zu werden,und über ein körpereigenes Belohnungssystem.Das Gehirn setzt als Belohnung Endorphine frei: Serotonine und Opiate.Diese Prozesse verlaufen im Wesentlichen unbewusst und sind nicht willentlich beeinflussbar. Das Dopaminsystem ist im Limbischen System,dem Sitz der Gefühle,angesiedelt.Dieses System ist entwicklungsgeschichtlich ein sehr altes System,das sicherstellt,dass sinnvolle und lebenserhaltende Handlungen beibehalten werden,es sagt,was gut für das Lebewesen ist und was gefährlich.Auch in der individuellen Entwicklungsgeschichte eines jeden Einzelnen entsteht dieses System schon sehr früh,lange bevor das Bewusstsein entsteht. „Das grundlegende Verhältnis eines Individuums zu sich,zur Welt und insbesondere zu anderen Menschen formt sich weitgehend unbewusst und bildet den Rahmen,in dem spätere Erfahrungen gemacht werden.“Dies ist ein selbststabilisierender Prozess.Der Einzelne eignet sich Erfahrungen an,die die bereits bestehenden bestärken.Netzwerke in den limbischen, unbewusst arbeitenden Zentren lernen langsam,vergessen aber nur schwer.Nur Krisen bewirken in der Regel eine Umstrukturierung.Es kann passieren, dass in einer solchen Krise eine nicht sinnvolle Handlung mit der Ausschüttung von Endorphinen verknüpft wird.Wenn eigenes Verhalten nicht als erfolgreich und emotional befriedigend erlebt wird, fehlt der Ausstoß von Dopaminen und Serotoninen,es entsteht ein Mangel an Glücksgefühlen.Je länger der emotionale Mangelzustand besteht,desto stärker bestimmt er die Persönlichkeitsstruktur,desto tiefer ist er in Gehirnschichten verankert, desto schwieriger ist eine Veränderung herbeizuführen.
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